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Ja
Aufgeschobenes
18.01.2025 10:54

Aufgeschobenes 

Hier findet ihr die Bildgeschichte zum Blogeintrag Aufgeschobenes Spanien 2023 zur Einstimmung auf die Geschichte.

Unsere alljährliche Herbstflucht in den (wärmeren) Süden hat sich aus verschiedenen Gründen mehrfach aufgeschoben und auch der Plan gleich nach dem SPI-LT weiter zu fahren konnte nicht umgesetzt werden, da wir unseren Nachwuchs ja erst noch nach Hause bringen mussten (der Grund dafür ist dem einen oder anderen Stresser ja aus eigener Anschauung bekannt). Dafür hatten wir von dort aus noch eine schöne Tour durch Tschechien.

So starten wir ungeplant spät - aber wir müssen ja auch nicht hetzen, also was solls.

Auvergne - aufgeschoben vom letzten Jahr

Letztes Jahr hatten wir festgestellt, dass die Auvergne sicher auch wieder einmal unter die MotorradRäder genommen werden sollte und das auf später aufgeschoben. Nun holen wir das in diesem Jahr nach und suchen uns als temporären Wohnort La Tour d'Auvergne raus. Ein Glückstreffer. Der Ort

liegt schnuckelig auf einem Berg und hat auch noch eine sehr gute Crêperie.................................................................................................................................nur liegt die leider ganz oben, ich muss mir das leckere Abendessen mit einer regelrechten Rollstuhl-Schiebeorgie sehr hart verdienen.

Der nächste Tag gehört dem Roller und wir lassen ihn über die sehr interessanten und verkehrsarmen Sträßchen der Auvergne rollen. Weite Strecken windet sich die Straße durch Wald, dann wieder gibt es freie Blicke auf die Vulkangipfel inkl. Puy de Dome. Und wir haben auch wieder Cols die über 1000m hoch sind - so gehört sich das. Die D27 führt dann direkt an der Kante der Vulkankette entlang mit einem weiten Blick über die Ebene und wir blicken weit über Clermont-Ferrand hinaus. Auch halten sich die Ortsdurchfahrten in Grenzen, und damit auch die "Bremsbuckel" - sehr angenehm.

Wir besuchen Volvic und schauen uns kurz an der Quelle um, man kann hier das teure Wasser völlig kostenlos an einem Wasserhahn selber zapfen - oder durch ein Fenster zusehen, wie es der Abfüllung zugeführt wird. Leider hat das Informationszentrum erst wieder im April des kommenden Jahres geöffnet - das kann einem in der französischen Nachsaison schon mal passieren.

Dafür besuchen wir die Grotte de la Pierre de Volvic und erfahren dort den Zusammenhang zwischen einem Steinbruch und dem Volvic-Mineralwasser in einem medialen, Exkurs unter die Erde.

Der Rückweg führt noch einmal über die D27 - der Blick war einfach zu gut und ist in der Gegenrichtung immer noch ansehnlich. Zum Schluss aber nehmen wir den Weg über die D211 und haben wieder andere Eindrücke und auch einen weiteren 1000er Pass. Eine schöne Tour und somit ein schöner Einstieg in unsere Motorrad-Herbsttouren.

Laguiole liegt gerade so nicht mehr in der Auvergne, aber die Gegend ringsum strotzt trotzdem nur so vor schönen Motorradstrecken - und auch diese Runde hatten wir schon einmal aufgeschoben. Die erste Etappe führte uns wieder in die Auvergne, ein Thermalbad war unser Ziel - nur leider wird das gerade umgebaut und ist deshalb geschlossen. So füllen wir dem Roller nur den Bauch und suchen uns die nächste schöne Strecke raus - und landen mit der D11 einen Volltreffer. Die Straße schraubt sich gleich steil und in wilden Windungen den Berg hinauf und bietet immer wieder neue Ausblicke auf den Ort und die Landschaft. Und das bei praktisch keinem Verkehr, selbst beim Fotostop passiert uns nicht ein einziges Fahrzeug. Das ist auch besser so, die Straße ist ein reiner Single- Track, nur ohne Ausweichstellen, man muss schon etwas vorrausschauend fahren. Wir kommen durch wilde Felsenschluchten und schließlich an einen See der schon einmal nassere Zeiten erlebt hat. Beim Fotostop an der Pont über den See sehen wir dann auch das erste Auto auf der Strecke - das Postauto.

Die Straßennummern wechseln und wir haben auch mal wieder etwas mehr Verkehr (ein ganzes Auto im Gegenverehr), aber die Georges bleiben uns erhalten, die Straßen winden sich entlang der Flußtäler. Kennt man ja vom Tarn, der ist aber weiter im Süden und was wir hier erleben, kann sich durchaus damit messen. Mal geht es über die Hochebene, dann wieder runter an einen der Flüsse. Meist sind hier aber die Straßen wenigstens so breit, dass man den Gegenverkehr problemlos passieren kann. Im Georges du Lot finden wir dann ein Café in Espalion. Leider gibt es weder Kuchen noch Eis, so bleibt es bei einem Café au Lait für Madame.

Wir entscheiden uns nicht den direkten Weg zurück zu nehmen und finden in der D167 eine Entsprechung zur D11 am Anfang. Wieder geht es steil in wilden Schwüngen den Berg hinauf mit tollen Ausblicken ins Tal und darüber hinaus in die weite Landschaft. Etwas später wird die Navigation tricky und wir nutzen den elektronischen Helfer - anders findet man hier den Weg nicht, die Ausschilderung ist mangelhaft und sogar die sonst in Frankreich allgegenwärtigen Straßennummern fehlen. Dafür hat die Straße nicht nur für südfranzösische Verhältnisse einem sehr guten Belag. Und noch ein See mit wenig Wasser. Wir rätseln, ob das am trockenen Sommer liegt oder ob der See bereits für die Schneeschmelze vorbereitet ist - schließlich sehen wir immer wieder Schneemarkierungen an den Straßenrändern und Schilder, die darauf hinweisen, dass hier ab November Winterreifen- und Schneekettenpflich ist. Kaum zu glauben, wenn man im Oktober bei 25°C hier seine Runden dreht - aber wir bewegen uns hier schließlich auf Höhen um die 1000 m.

 

Pyrenäen - mehrfach aufgeschoben seit 6 Jahren

Eigentlich wollten wir noch eine Tour im Hérault machen - aber die meteorologische Drohung mit Gewittern ließ uns davon Abstand nehmen und wir flüchteten über die Pyrenäen nach Spanien. Gut, haben wir wieder was aufgeschoben - holen wir halt ein anderes Mal nach.

In Spanien kennen wir einen Platz gleich hinter der Grenze wo wir schon manches Mal standen - aber immer fehlte die Zeit von hier aus eine kleine Tour mit dem Roller zu machen. Jetzt nutzen wir die Gelegenheit um das mehrfach aufgeschobene umzusetzen und holen das Gespann raus. Es wird eine kleine aber feine Tour durch die Berge.

Wir suchen einen Weg um kurz nach Frankreich zu pilgern und pirschen uns auf einer schön gewundenen Straße immer näher an die Grenze - und je näher wir kommen, desto kleiner und gewundener wird die Straße. Aber just an der Grenze hört auch der Asphalt auf und - was noch schlimmer ist - die Weiterfahrt wird nicht nur durch ein französisch besschriftetes Schild verboten, sondern durch ein paar große Wackersteine (zumindest für unser Gespann) unmöglich gemacht. Zwar sind wir knapp auf französischem Territorium - aber weiter geht es hier für uns nicht (selbst eine GS käme hier mit ihrem Boxer nicht durch - eine schlanke Enduro hätte kein Problem).

Also zurück - was auf dieser Straße wirklich kein Fehler ist - und den nächsten Abzweig genommen. Die Straße ist noch schmaler, praktisch nur ein Single Track, macht aber deswegen erst recht Spaß, zumal auch hier nicht mit Kurven gegeizt wird. Man muss etwas konzentrierter und vorsichtiger fahren - aber der Verkehr ist übersichtlich und die Straße in gutem Zustand, wir kommen gut vorran. Der eigentliche Weg zur Grenze ist eine breitere Straße, die sich in schönen, füssig zu fahrenden Schwüngen der Grenze nähert. Wir fahren bis zum ersten französischen Ort und biegen noch einmal ab zu einem Aussichtspunkt - der aber weniger bietet als erwartet. So geht es zurück, die Straße ist auch in der Gegenrichtung genauso flüssig zu fahren, nur habe ich im Boot diesmal die schöneren Aussichten - wenn auch die eigentlich schöne Fernsicht zu wünschen übrig läßt - zu viel Dunst liegt in der Luft.

Wir entscheiden uns noch zu einem größeren Bogen und kommen an einem Stausee vorbei, dessen Wasserstand auch hier weit unter der Maximallienie liegt - auch hier war es offenbar viel zu trocken. Wir kreuzen die Schnellstraße und navigieren uns dann auf kleinen Wegen in Richtung Ausgangspunkt. Fast wären wir noch in ein Militärcamp abgebogen, aber wir finden doch noch den richtigen Abzweig auf einen Single Track, der dicht am Militärgelände entlang führt und in schönen Kurven zu unserem Ziel führt. Kurz vorher finden wir eine nette Bar, in der wir unseren Durst stillen um dann durch die kleinen Gassen im Ort zu unserem mobilen Haus zu fahren. Obwohl wir uns in den Pyrenäen bewegten und es ordentlich steil hinauf und hinab ging, waren wir witziger Weise auf der Runde bei weitem nicht so hoch unterwegs wie auf den letzten beiden Runden - aber wir sind ja auch nur in den letzten Ausläufern der Pyrenäen.

 

Alhama de Aragon - Bad gesucht und schöne Strecken gefunden

Nun sind wir in Spanien angekommen und werden von etwas überrascht, was den Spaniern eher willkommen, uns aber eher unangenehm ist: Regen. So fällt die erste Ausfahrt gleich aus und wir suchen uns ein neues Ziel. Generell kennen wir die Mitte von Spanien noch gar nicht, so wollen wir uns dieses Jahr mehr dahin wenden. Im letzten Jahr haben wir ja erfahren, das sich hinter "Alhama" igendwas mit heißem Wasser verbirgt. Drei Orte mit Alhama befinden sich im Süden - aber einer auch recht weit im Norden: Alhama de Aragon. Dort soll es sogar einen ganzen See mit Thermalwasser geben - also wird das unser nächstes Ziel. Wir finden einen passablen temporären Wohnort in der Nähe und das Wetter verspricht auch trocken zu bleiben - es wird sogar über weite Strecken sonnig - so holen wir am nächsten Tag den Roller raus und machen uns auf den Weg zum warmen Wasser. Der direkte Weg ist zwar landschaftlich durchaus schön anzusehen - fahrerisch aber wirklich keine Offenbarung, und so nehmen wir noch eine "Abkürzung" über die A-1501. Schon beim Abbiegen kommt uns auf der engen Brücke ein Lkw entgegen - na das kann ja interessant werden (und es sollte nicht der einzige "Dicke" sein). Die Straße selber ist sicher dafür gebaut worden, dass Milchlaster bei Ablieferung Schlagsahne abliefern können. Dafür ist aber die Streckenführung wirklich motorradfreundlich - es fehlt jedenfalls nicht an Abwechslung und Kurve folgt auf Kurve. Auch der Bootspasagier hat was davon - die vorbeigetragene Landschaft ist wirklich sehenswert.

Und der nächste Stausee mit einem erschreckend niedrigen Füllstand - ja die Spanier benötigen dringend Regen - viel, sehr viel Regen! Ganze Buchten sind schon trocken gefallen - das wird die Gegend nicht mehr lange aushalten. Nicht trocken gefallen ist der Thermalsee. Tatsächlich kann man hier völlig kostenlos im Thermalwasser planschen und sich auch von den im See lebenden Fischen "anknappern" lassen - biologisches Peeling. Anderswo muss man dafür viel Geld bezahlen. Das Bad verströhmt den Charme eines in die Jahre gekommenen Staatsbades - alles hat sichtbar seine besten Zeiten überlebt, der Prunk vergangener Tage ist durchaus noch erkennbar, aber nicht mehr wirklich vorhanden. Aber alles ist sauber und funktionell in Ordnung. Wir haben jedenfalls unseren Spaß.

Für den Rückweg nehmen wir uns einen Umweg über ein weiteres Bad vor und entscheiden uns unterwegs noch für einen Umweg zum Umweg und haben uns richtig entschieden. Nach einer Fahrt über eine niegelnagelneu in die Landschaft gebauten Straße - die aber deswegen nicht langweilig ist - stürzt sich die Route in den Cañon del Rio Mesa. Was für ein Anblick! Rötlich schimmernde Felsen überragen die Schlucht weit und am Himmel sehen wir immer wieder Geier kreisen. Die Straße windet sich am Wasserlauf entlang und überquert diesen mehrfach, während sich die Felsenflanken mit immer neuen Eindrücken überbieten. Am Ende gibt es auch noch das Santuario Nuestra Señora de Jaraba, dass in die Felsen gebaut wurde - ganz großes Kino!

ir zwar nicht, aber einen netten Ort, der auch einen längeren Besuch wert wäre - aber nicht heute, heute wollen wir nur noch etwas fahren. Wir entscheiden uns den Umweg mit einem weiteren Umweg zu erweitern und wählen den Weg über den Pass. Zwar ist die Straßenoberfläche eher mit "wellig" zu beschreiben, aber die Streckenführung ist atemberaubend - genauso wie der Ausblick, der sich mit jeder Kurve nur noch erweitert. Wir knacken die 1000-m-Marke und erleben eine ganz andere Landschaft. Schon im Canyon hatten wir keinen Verkehr, hier setzt sich das fort, wir wähnen uns völlig allein auf der Welt, zumal auch über lange Zeit kein Ort, nicht einmal ein Gebäude an der Straße zu sehen ist.unseren aktuellen Wohnort zu und haben noch einmal einen neuen Eindruck mit dem Ort und den dahinter liegenden Bergen. So hatten wir eine schöne Tour.....und                         wir fühlen uns in Spanien angekommen, mit einer Tour durch eine Sierra.

 

Sierra de l'Espada - aufgeschoben vom letzten Jahr

Nichts ist so beständig wie die Veränderung...Eigentlich wollte in der Mitte der Iberischen Halbinsel bleiben - aber wir wurden zu Flüchtlingen, zu Regenflüchtlingen und haben uns nach Südosten orientiert - dorthin wo die geringste Regenwahrscheinlichkeit lag und so landen wir an der Sierra de l'Espada. Auch hier haben wir letztes Jahr die Tour durch die Sierra vertagt - damals hatten wir uns für eine Fahrradtour entschieden. Aber jetzt ist die Sierra dran!

Wir starten in Onda und die Straße führt uns an den Naturpark heran. Wir schwingen uns zusammen mit der Straße langsam ein, die Straße ist in gutem Zustand und läßt sich flüssig fahren ohne langweilig zu sein. An zwei Bergdörfern kommen wir vorbei, es sind typische, spanische Orte mit steilen Gassen - aber wir streifen sie nur. Und dann erwischen wir die rote Welle - ein Abschnitt wird gebaut - und das an mehreren Stellen gleichzeitig und immer wartet eine rote Ampel auf uns. Immerhin, der Baustellenkipper läßt uns vorbei. Dann geht die Strecke immer mehr in die Berge, die Kurvenanfrequenz nimmt zu und die Kurvenradien ab. Wir entscheiden uns für einen Abstecher nach Fuentes de Ayodar und gleich nach dem Abzweig geht das Kletterparadis los. Was für Felsen - und ein Wanderergebiet ist das hier auch. Wir genießen erst die Landschaft und dann in Fuentes noch Kaffee und Kakao. Das wir so in einer Sackgasse gelandet sind, ist nicht weiter tragisch – die Strecke war recht interessant zu fahren und ist es auf dem Rückweg nicht minder.

Dann geht es einmal quer durch die Sierra. Die Straße ist nun schmaler, die Kurven eng und folgen dicht auf dicht und führt uns durch dichten Wald, der sich kurz vor dem Pass lichtet - eine Gelegenheit für die Straßenbauer die Straße breiter zu machen und ihr einen Mittelstrich zu verpassen. Aber warum eigentlich? Wir haben keinerlei Verkehr und wähnen uns allein in der ganzen Sierra. Selbst der nächste Ort ändert daran nichts - alles wirkt verschlafen, was auch kein Wunder ist, es ist Siesta-Zeit. Die Sierra ist nicht groß und so stürzt sich die Straße bald schon nach unten und damit beginnt auch der Verkehr wieder. Drei Autos im Gegenverkehr auf 5 km deuten darauf hin, dass wir wohl bald wieder in der Zivilistation sind. Wir kreuzen die Autobahn - nur um das Vorderrad gleich wieder in Richtung Sierra zu lenken.

Und wähnen uns allein auf der Welt. Auch hier ist die Straße in bester Ordnung und wir stürmen zügig durch die Kurven bergan. Der Naturpark empfängt uns mit einer Mischung aus Wald und Felsen und einer atemberaubenden Streckenführung. Auf der Straße nach Eslida werden wir auch noch von einer 450° Kurve überrascht - die Straße führt hier durch sich selbst hindurch. Aber das sollte nur der Auftackt sein. Nach einem Schulbusslalom (immer nach dem Motto: überfahrt die Kinder nicht, wartet bis der Lehrer kommt) biegen wir nach Chovar ab und sofort schraubt sich die Straße steil nach oben. Auf den nächsten 10 km kommen wir in einen wahren Kurvenrausch. Nur selten haben wir ein so dichte Abfolge von engen Kurven erlebt - am ehesten fällt uns dazu noch Korsika ein.

Dazu kommen noch die spektakulären Aussichten, erst von oben auf Eslida, dann auch in die Landschaft und immer wieder auf die verwegene Streckenführung. Die Straße zur Cave de San Josep kann da nicht mehr mithalten, dabei war es diese Straße, die wir im letzten Jahr schon gesehen hatten und deren Erkundung wir damals aufgeschoben hatten. Nicht das diese Straße nicht gehalten hätte, was wir uns vor einem Jahr davon versprochen hatten - aber da hatten wir ja noch nicht geahnt, was sich dahinter für eine Kurvenorgie versteckt.

An der Grotte machen wir eine kurze Rast und beraten wie wir weiter fahren sollen - die gleiche Strecke zurück? Mein Mädel streikt (aber überlässt den Lenker auch nicht mir) und so fahren wir einen Bogen durchs Flachland. Aber ganz so langweilig wollen wir doch nicht zurück und so biegen wir noch einmal nach Artana ab und schwingen uns wieder ein. Sogar die 450° Kehre erleben wir so noch einmal von der anderen Seite - auch schön zu fahren. Noch einmal gibt es Kurven satt - wenn auch nicht mehr so krass wie zwischen Eslida und Chovar - bis wir uns dann kurz vor Onda langsam ausschwingen. Insgesamt eine schöne Sierra-Tour und ein gelunger Fahrtag.

 

Caravaca de la Cruz - Überraschungsentdeckung

Noch einmal Thermalwasser - diesmal an einem Campingplatz - das gönnen wir uns. Und damit sind wir in Murcia, da war doch noch was? Richtig, letztes Jahr hatten wir festgestellt, dass es auch in Murcia Sierras gibt - wir haben es aber nicht zum Fahren ausgenutzt, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, also suchen wir uns einen Platz zwischen den Sierras und finden ihn in Caravaca de la Cruz. Die Stadt gefällt uns durchaus und wir erfahren erst einmal alles über die berühmten "Weinpferde" - wie wir erstaunt feststellen, sind die auch schon der UNESCO aufegfallen, das Museum dazu ist jedenfalls sehr sehenswert und es gibt die Videos sogar in deutsch.

Aber eigentlich waren wir ja zum Motorradfahren hierher gekommen und so packen wir am nächsten Tag den Roller aus und machen uns auf den Weg. Wir verlassen die Stadt über viele Kurven nach oben und haben noch einen tollen Ausblick über die Stadt. Der Weg nach Moratalla ist kurz, geht aber kurvenreich über den ersten Pass. Von da aus wollen wir eine "weiße" Straße nehmen und finden auch den Einstieg. Die Straße ist schmal und kurvenreich und endet an einem Campingplatz. Hä? Ja wir hätten da wohl nochmal abbiegen müssen, aber alle Abzweigungen rufen lautstark nach einer Enduro - und nicht nach einem Rollergespann. Wir verzichten und peilen die nächste "gelbe" Straße an, aber wir wollen nicht noch einmal durch den Ort und schlängeln uns am Rande entlang - nette Streckenführung. Angekommen auf der "großen" Straße haben wir einen weiten Blick nach Norden auf die Sierra Seca. Das ist eine der Sierras die wir vor fast genau einem Jahr aus der Gegenrichtung durchfahren haben, da haben wir unseren Roller von Norden her durch die Sierras bewegt und u.a. einen Einblick in die "Hölle" bekommen.

Dafür ist die Straße hier eher weniger interessant velegt und so versuchen wir noch einmal unser Glück mit einer "weißen" Straße. Ein wenig abenteuerlich ist der Einstieg, aber wir finden uns durch ... aber dann kommt ein Abzweig der wieder nach Enduro aussieht - wir fahren gerade aus weiter. Damit haben wir dann zwar einen Umweg, aber die Strecke ist durchaus windungsreich durch die Landschaft gelegt und ganz allmählich sind wir über die 1000 m hinaus gekommen - und haben auch noch die Region Murcia verlassen. Die Straße hier soll laut Karte eine "Gelbe" sein, die Oberflächenbeschaffenheit sagt aber was anderes. Interessanter Weise geht es nach dem nächsten Abzweig weiter, das Navi nennt die Straße wieder "weiß" - aber die Oberfläche ist deutlich glatter als die letzten km (wenn auch nicht wirklich in top Zustand).

Wir erreichen Socovos und damit Straßen mit Nummern und richten uns gen Westen. Das Navi will mal wieder eine Straße nicht fahren, obwohl diese in der Karte gelb gezeichnet ist, wir nehmen den Abzweig trotzdem (immerhin gibt es hier ein Straßenschild, wenn da auch nicht das drauf steh, was wir erwartet hätten). Und ab hier nimmt die Strecke noch mal richtig Fahrt auf, es geht zwische der Sierra de los Estepares und Calar de la Pena del Aguila hindurch, oder besser drüber hinweg, denn die Straße schraubt sich immer höher den Berg hinauf und wir haben immer neue, tolle Aussichten auf die Berge rings herum. Und wir sind, wie so oft hier, in der Einsamkeit gelandet, weit und breit sind wir die einzigen die sich hier durch die Berge bewegen - so zumindest unser Eindruck.

Es geht ein wenig auf und ab mit vielen Kurven, mal durch dichten Wald, mal auf Höhe mit weiten Ausblicken bis wir schließlich in 1400 m Höhe zurück in die Province Murcia wechseln. Hier stürzt sich die Straße in wilden Schwüngen 300 m in die Tiefe. Ab dem Abzweig nach Moratalla liegen nur noch 30 km vor uns ... aber auch 3 Pässe. Knappe 1300 m der erste, gute 1200 m der zweite und noch einmal 800 m kurz vor dem Ziel (den kennen wir ja schon). Entsprechend gut gewunden ist die Strecke die vor allem bis Moratalla vor uns liegt. Es ist eine wilde, einsame Berglandschaft durch die wir uns bewegen mit viel, sehr viel Wald und immer wieder Ausblicken auf tiefe Täler und Berge in den verschiedensten Formen und hin und wieder öffnet sich der Blick auf eine weite Landschaft zwischen den Bergen. Womit wir erneut einen Punkt "Aufgeschobenes" abhaken können aber da gibt es noch mehr, so wurde uns eine Küstenstraße empfohlen, na mal sehen, erste einmal verschieben wir die Küstenstraße in die Zukunft - wir sind sicher nicht das letzte Mal in Murcia.

 Sierra Nevada - lang gehegter Wunsch, aufgeschoben im letzten Jahr

Vor einem Jahr sind wir nur so ein wenig am Nordrand entlanggeschrammt, aber eigentlich wollten wir da schon noch mal so richtig rein. Dieses Jahr war das Wetter günstig, die Gipfel waren frei von Wolken, also los, wir wollen in die Berge - es ist eh nur eine Sackgasse, eine durchgehende Straße gibt es hier nicht (mehr?).

Wir haben den gleichen Wohnort wie letztes Jahr gewählt, wenn uns einmal ein Ort gut gefällt, nutzen wir den auch gerne wieder. Nur starten wir dieses Mal in westliche Richtung. Die Strecke fängt ruhig an, steigert sich dann aber schnell, die Kurven werden mehr und die Radien enger und schließlich wird auch die Landschaft enger, wir fahren durch einen Canyon und ich frage mich, ob es klug war auf das Innenfutter zu verzichten. Zwar sind wir in Südspanien, aber es ist ungewöhnlich frisch in diesem Jahr, naja, und wir sind ja auch schon über 1000 m hoch. Aber als sich der Canyon wieder weitet und wir durch den Sonnenschein fahren, verflüchtigen sich die Gedanken an wärmendes Futter schneller als sie gekommen sind.

Die Straße windet sich noch immer, jetzt aber bergauf und wir überqueren einen Pass, dem 3 m fehlen um auf 1300 m zu kommen. Die Passabfahrt ist mindestens genauso gewunden wie die Auffahrt - so soll es auch sein. Auf dem Weg bis zum nächsten Ort kommt uns gerade mal ein Pkw entgegen und wir überholen 4 Radfahrer - das war es an Verkehr. Der sollte sich dann im Laufe der Fahrt doch noch erhöhen, auch wenn es am Ende immer noch einsam im Vergleich zu den Alpenpässen ist. Mehrfach werden wir aber von freundlichen Spaniern zum Überholen vorbeigewunken. Und noch ein Stausee, der sehr, sehr viel mehr Wasser aufnehmen könnte – ein deutliches Zeichen, das es hier offenbar schon mehrere Jahre viel zu trocken ist.

Am Abzweig hinein in die Sierra Nevada stoßen wir auf eine sehr breit ausgebaute Straße. Nicht, dass die Streckenführung dadurch gleich langweilig ist, aber es fühlt sich trotzdem mehr nach Autobahn als nach Bergstrecke an. Aber gut, kommen wir eben etwas zügiger voran. Auch stören die Radfahrer auf der Strecke nicht so sehr, man kann zügig und ohne ihnen zu nahe zu kommen überholen. Etwas weiter oben wird die Strecke schmaler und somit gleicht sie sich unseren Erwartungen an eine Bergstrecke an. Auf 2000 m Höhe mache ich etwas, was ich in Spanien noch nie gemacht habe: ich schalte die Griffheizung an. Schöne, moderne Technik, früher hätte ich entweder tapfer weiter gefrohren oder auf die dickeren Handschuhe gewechselt, heute fahre ich mit den dünneren Handschuhen einfach weiter.

Wir stoppen auf gut 2200 m Höhe und gönnen uns einen Kaffee und eine Schokolade, dann schrauben wir uns noch einmal 200 m in die Höhe und haben damit den absoluten Höhenrekord für dieses Jahr aufgestellt (um in Irland so hoch zu kommen, braucht man schon ein Flugzeug) Wir genießen noch etwas die Aussicht - dann geht es auf den Rückweg, so schön wie die Strecke war, ist es auch nicht schlimm, wenn wir das meiste davon auch retur unter die Räder nehmen. Aber vorher wird noch der Roller gefüttert - in 2000 m Höhe. Eine kleine Änderung der Route haben wir doch noch eingebaut, um den Autobahnähnlichen Teil der Bergstrecke zu umgehen biegen wir ab und laufen auf einen Franzosen auf, der sehr gemütlich den Berg hinunterdampert und sich leider auch nicht wie die Spanier verhält, die uns vorher so freundlich vorbei gelassen haben. Aber irgendwann gibt es eine Gelegenheit zum Überholen.

Wir nehmen noch einen Abzweig zur Staumauer und schauen auch an diesem Stausee sehr weit in die Tiefe, bevor wir die Wasseroberfläche sehen. Beim Stopp verlieren wir leider einen Handschuh, was wir allerdings erst zu Hause bemerken werden, ist aber nicht weiter tragisch, das Handschuhpaar hatte seine besten Zeiten eh hinter sich. Dafür ist die Strecke dahin ein wahres Kurvenparadies - das ich dann auch zurück fahren darf.

Wir fahren wieder über den Pass und genießen die Fahrt und die Aussichten noch einmal aus der anderen Richtung. Und auch dieses Mal ist das Verkehrsaufkommen auf dieser Strecke nahe Null. Wir genießen noch einmal die Fahrt durch den Canyon und schon ist unsere "kleine" Ausfahrt zu Ende und wir haben noch eine im vorigen Jahr aufgeschobene Tour abgefahren - und das bei besten Bedingungen,naja, gegen ein paar Grad mehr Temperatur wäre nichts einzuwenden gewesen, aber wir sind zumindest die ganze Zeit im Sonnenschein unterwegs gewesen.

Am nächsten Tag gibt es noch einen kurzen Ausflug nach Guadix, hatten wir letztes Jahr ja schon - die Strecke über den Pass mit tollen Aussichten und die Fahrt durch die Schlucht ist aber auch dieses Jahr schön und wie auch im letzten Jahr, sind wir nicht die einzigen Motorradfahrer die das so sehen. In Guadix holen wir dann die Stadtrunde nach, die wir letztes Jahr zugunsten der Höhlenwohnungen aufgeschoben hatten.

Sauftour - weil letztes Jahr Sonntag war

Wir wollten ja letztes Jahr unbedingt erfahren wie das mit dem Sherry so ist - sind aber ausgerechnet am Sonntag in Jerez gelandet und alle Bodegas hatten geschlossen. Dieses Mal haben wir es besser geplant und bekommen so unsere Führung und natürlich auch den Sherry. Sehr informativ und lecker. Aber der Roller ist etwas beleidigt, die Strecke ist kurz und die Kurven beschränken sich auf die Kreisverkehre. Eigentlich wollten wir als nächstes auf den Affenfelsen - aber ein Navigationsirrtum läßt uns spontan umschwenken - wird der Affenfelsen also aufgeschoben. Dafür kommen wir durch ein Gebiet, das man wohl als Motocross-Paradies betrachten kann - die Spuren die sich durch das extrem hügelige Gelände entlang der Straße ziehen deuten auch auf eine intensieve Nutzung dieser Art hin - aber dafür haben wir das falsche Motorrad dabei.. Das Wetter wird zunehmend unberechenbar und verleitet dazu den Roller vorerst im Anhänger zu lassen.

 

Pueblos Blancos - nur einen Tag aufgeschoben

Wir sind in der Province Sevilla gelandet - und das Wetter ist leider nicht besser geworden. Wir beschließen aber auszuharren und den Regentag auszusitzen und haben Glück, am nächsten Tag ist der Himmel wieder blankgeputzt und so haben wir den Ausflug nur einen Tag verschieben müssen. Wir richten den Roller gen Süden aus, dort lauert die nächste Sierra aber vor allem auch eine ganze Reihe der "weißen Dörfer" von Andalusien. Diese werden wir aber nur so im Vorbei- bzw. Durchfahren besichtigen - für einen Rollstuhlausflug sind diese Orte alle zusammen nur sehr bedingt geeignet....

Als erstes biegen wir aber falsch ab - und entscheiden uns spontan die Runde andersrum als geplant zu fahren - ist ja auch eigentlich egal. Dafür werden wir gleich richtig eingestimmt. Im Atlas sah es gar nicht danach aus, aber in der Realität bietet die Straße überraschend viele Kurven, die sich durch ein recht hügeliges Land schlängeln - dabei ist doch die eigentlich angepeilte Sierra noch 40 km entfernt. Aber so macht es natürlich gleich von Anfang an Spaß - auch wenn der erste Pass mit 530 m hier in Spanien schon ein wenig enttäuschend ist - ja in Irland wäre das richtig hoch, aber hier in Pruna haben wir einen schönen Blick auf den recht schroff aufragenden Hausberg mit Castello oben drauf - da überlegt man sich genau was man da hoch schleppen will. Gleich danach haben wir dann den ersten Blick auf Olvera, unser erster weißer Orte auf dieser Tour. Hoch oben auf einem Berggrat und natürlich auch mit Hausberg - oder eher Hausfelsen - auf dem das Castell tront. Noch beeindruckender ist der Anblick allerdings von der anderen Seite, wo wir uns in wilden Schwüngen den Berg hinauf arbeiten.

Die Strecke bis El Gastor - dem nächsten weißen Ort - ist ein motorradfahrerischer Genuss und das wissen offenbar auch die einheimischen Motorradfahrer. Kurz nach El Gastor biegen wir noch mal auf eine "weiße" Straße ab - bisher waren die hier auch alle sehr gut zu fahren und auch dieser Abzweig geht zwar steil nach oben, sieht aber soweit ok aus. Aber es wird dann zunehmend ruppiger und schließlich wird es zum Feldweg. Der ist aber - vorerst - gut fahrbar und so fahren wir mit dem Roller weiter. Allein der spektakuläre Ausblick lohnt schon den Abstecher. Der Weg ist schmal und ausgerechnet hier kommt uns dann auch noch ein Pkw entgegen, das wird knapp, aber mit unserer Irlanderfahrung geht auch das. Dann kommt das Cattlegrid und gleich danach die Schafe und Ziegen - ja sind wir hier in Schottland oder was? Der Weg wird auch zunehmend holpriger, aber jetzt noch umkehrern? Wir fahren weiter. Nächstes Cattlegrid, dann sind wir die Schafe wieder los, aber es geht amtlich nach unten, zum Glück sind die steilsten Stellen betoniert, da kommen wir auch mit dem Roller klar, dann die Sackgasse - natürlich steht das Schild nicht direkt an der Einfahrt, wir müssen wenden. Andere Strecke, nicht weniger steil bergab - hoffentlich kommen wir durch, sonst müssen wir die ganze Strecke zurück - dann kommt die Zivilisation in Form einer geteerten Straße und glücklicher Weise ist das Tor offen - hä? Tor? Wo waren wir - auf der anderen Seite gab es weder Tor noch irgendwelche Verbotszeichen. Egal, wir sind durch. Wir fahren in den Naturpark Sierra de Grazalema ein und es geht ordentlich bergan.

Wir sind in der Sierra de Zafalgar angekommen - unserem eigentlichen Tagesziel, das wir schon von unserem aktuellen Wohnsitz aus sehen konnten. Die Strecke nach Grazalema ist einfach nur gut und alleine diese hätte die Anfahrt schon gelohnt, aber es sollte noch besser kommen. Der Ort selber ist eines der Pueblo Blanco und ein typischer Bergort. Es findet irgend ein Fest statt - wie so oft an einem Oktobersonntag hier in Spanien. Wir aber fahren nur durch und auf der anderen Seite führt die Straße am Hang über den Ort entlang und wir haben noch einen schönen Blick auf die Dächer von Grazalema, aus dieser Perspektive wirkt der Ort eher rot als weiß. Jetzt geht es zum Puerto de la Palomas hinauf ... und mittendrin dann ein etwas nachdenklich machender Anblick, ein Krankenwagen und einige Fahrräder an der Felswand angelehnt, offenbar war da jemand zu unvorsichtig. War es der Radler selber oder war es der Pkw, der da noch stand? Wir werden es nicht erfahren, aber so etwas schärft die Sinne. Kurz nach dem Pass in 1357 m Höhe dann ein Aussichtspunkt, wir halten an und schauen auf den Weg der vor uns liegt - der ist mehr als vielversprechend - und dabei sehen wir noch nicht einmal die besten Stücke der Abfahrt. Was dann kommt ist ein wahrer Kurvenmarathon. Kaum ein Alpenpass an den ich mich erinnern könnte, der vergleichbares bietet. Kurven jeder Art aufgereiht - zum schwindligfahren! Bis nach Zahara runter und dort hört es noch lange nicht auf. Und auch dieses Kurvenparadies ist bei den Motorradfahrern kein Geheimtip, hier tummeln sie sich reichlich (wenn auch bei weitem nicht so viele wie auf schweizer Pässen). Und auch Zahara gehört zu den Pueblos Blancos - was man schon von ferne gut erkennen kann. Hier fahren wir wieder über eine Staumauer und schauen tief runter. Nein, nicht auf der Seite auf der es immer tief runter geht - wir schauen tief runter auf den lächerlichen Rest von Wasser. Wir sind ja schon an vielen leeren Stauseen entlang gekommen, aber der hier hat noch weniger Wasser als alle anderen. Eigentlich hätte ich den ganzen Text auch mit "Tour der leeren Stauseen" überschreiben können. Noch einen weißen Ort sehen wir vor uns auftauchen: Algodonales, hier biegen wir auf die 384 ab - eigentlich hätte es noch eine kleine Straße gegeben, aber nach unserem letzten Feldwegabenteuer fahren wir lieber die eine Abfahrt auf der "großen" Straße. Dann geht es ab in Richtung Coripe und schlagartig ist es wieder ruhig um uns herum, wir fühlen uns wieder allein auf der Welt, nicht einmal Motorradfahrer begegnen uns hier - was völlig unverständlich ist, die Strecke ist immer noch voller Kurven, die Straße windet sich entlang der Berghänge, die hier alles andere als geradlinig verlaufen. Erst ein ganzes Stück hinter Coripe schwingt sich die Strecke nach Morón langsam aus und kurz vor dem Ort wird es geradezu langweilig, so dass wir uns schon auf die Kreisverkehre freuen. Der Abzweig hinter Morón zu unserem temporären Wohnsitz läßt uns nochmal zweifeln ob wir richtig sind. Zwar ist es kein Feldweg, aber wir finden hier die größte und tiefste Schlaglochsammlung von ganz Spanien - bis nach 4 km der Spuk schlagartig vorbei ist, die Strecke ist plötzlich wieder ok, wenn auch weiterhin schnurgeradeaus. Die Abwechslung sind dann die Leute, die die Bäume verhauen um an deren Früchte zu kommen. Mehr als 5 km fahren wir ausschließlich durch Olivenheine. Zum Schluss gibt es noch einmal schöne Kurvenschwünge durch die hügelige Landschaft, natürlich nicht so spektakulär wie am Puerto de la Palomas, aber immerhin noch ein sehr schöner Ausklang von einer wunderbaren Tour.

 

Sierra de las Nieves - auf den Spuren des Honigs

Uns zieht es weiterhin dahin wo es wärmer sein soll: in den Süden nach Coin. Ein überraschend nettes Städtchen in dem wir ein Glas Honig kaufen, dass aus der nahen Sierra de las Nieves stammt und der Aufschrift nach in 600 bis 1900 m Höhe gewonnen wird - das macht uns neugierig. Und auch wenn der Name "Schneegebirge" heißt, wagen wir uns auf eine Erkundungstour. Direkt rein in den Nationalpark können wir nicht fahren, aber eine Runde drum herum sieht auch nach Spaß aus, also los. Und vorweg: Schnee haben wir nicht gesehen.

Das erste Stück ist eine gut ausgebaute Straße, nicht weiter erwähnenswert, also biegen wir ab. Die Straße die wir uns ausgesucht haben, ist im Straßenatlas gelb gezeichnet, im Navi nur weiß. Hatten wir schon ein paar mal, heißt im allgemeinen, dass die Straße irgendwas zwischen gut fahrbar und pockennarbig ist - aber immer asphaltiert. Irgendeine Ausnahme von der Regel gibt es ja immer - und die erwischen wir dieses Mal. Wir landen auf einem Feldweg. Aber, Überraschung, mit Straßenschildern. Kann ja nicht so schlimm sein. Denkste! Der Weg wird recht rau mit Auswaschungen die sich gewaschen haben. Mehrfach lavieren wir das Gespann mit Einweisung durch, damit wir nicht hängen bleiben, aber wir geben nicht auf - auch wenn die Strecke nach einem Crossgespann schreit. Nach 4 km haben wir tatsächlich das Schlimmste überstanden, der Weg ist nun betoniert. Zwar immer noch arg ruppig, jedoch mit dem Roller gut bewältigbar. Der Lohn der Mühe ist die Landschaft durch die wir hier fahren, immer am Naturpark entlang durch wilde Berge mit schroffen Schluchten und immer neuen Aussichten. Aber wir sind nicht so allein, wie wir das gewohnt sind, zweimal müssen wir uns an einem Pkw vorbeimanövrieren, es ist knapp aber unsere Irland-Erfahrung zahlt sich auch hier aus. Dann kommt Istán in Sicht - was für ein Anblick. Mitten in den Bergen zieht sich der Ort mit überwiegend weißen Häusern am Hang entlang und sieht zum greifen nah aus - aber es liegt noch einiges an Weg vor uns, der sich windungsreich am Hang entlang schlängelt wärend der Ort immer wieder aus unserem Blick verschwindet und von neuem auftaucht. Ab hier wir dann auch die Straße wieder normal asphaltiert, es geht nun streng nach Süden immer der Küste entgegen. Aber immer noch in wilden Schwüngen, die Straße ist hier aber gut zu fahren und es macht Spaß den Kurven zu folgen. Und wir sehen einen Stausee, der – wenig überraschend - fast kein Wasser mehr hat - was wohl bedeutet, dass der Name des Gebirges nicht mehr so recht zu stimmen schein - viel Schnee hat es in den letzten Jahren sicherlich nicht gegeben. An der Küste wird es dann stressig, der Verkehr nimmt zu, der Versuch irgendwo ein Café mit einem Parkplatz davor zu finden scheitert, wir irren kurz im Küstenort umher und nehmen dann verzweifelt die Autobahn um dem Chaos zu entflieen und landen promt im Stau - das ist uns hier bisher nur um Sevilla passiert. Nichts wie weg hier, wir nehmen die nächste Ausfahrt nach Norden gen Ronda. Die A397 ist gut ausgebaut, aber bei weitem nicht langweilig. Die Kurven sind nur flüssiger zu fahren und man braucht auch keine Sorgen bei Gegenverkehr zu haben - den gibt es dafür reichlich. Immer wieder sehen wir Stücken des ursprünglichen Verlaufes der Strecke, oft sind es kleine Brücken, meist sind die Abschnitte nur geschottert und in schlechtem Zustand, oft aber immer noch befahrbar. Auf jeden Fall war die Strecke früher deutlich schmaler und hatte mehr und vor allem engere Kurven. Die Ausblicke in die Gebirge der Sierrania de Ronda sind großartig und das man hier auch mal herbstlich eingefärbte Laubwälder hat, ist das i-Tüpfelchen auf der Landschaftskomposition. Die A366 ab Ronda ist nicht mehr ganz so gut ausgebaut, aber immernoch flüssig zu fahren und vor allem deutlich verkehrsärmer. Eigentlich war es ja mal die C344, wie man auf ein paar alten Straßensteinen noch erkennen kann, vermutlich war die Strecke da auch noch etwas unübersichtlicher und windungsreicher, aber die Reste davon, sind hier deutlich weniger vorhanden. Dafür geht es noch einmal über einen Pass und wir stellen mit knapp unter 1200 m unseren Höhenrekord des Tages auf. Anschließend finden wir noch einen Aussichtspunkt, natürlich Rollstuhlungeeignet. Ich laufe trotzdem eine Runde rum und sehe schon den nächsten Ort, gar nicht so weit entfernt, aber die Straße schlägt bis dahin noch mehrere Haken. Es geht mit vielen Kurven weiter, noch einen Pass haben wir vor uns, der ist aber mit kaum mehr als 800 m deutlich niedriger, was aber dem Kurvenspaß keinen Abbruch tut. Auf Coin zu schwingen sich die Kurven etwas aus, ohne wirklich aufzuhöhren - und dann ist auch diese schöne Tour zu Ende und wir belohnen uns mit in Spanien typisch dicker heißen Schokolade für diesen gelungenen Tag.

Das Wetter ist weiter schön und so entschließen wir uns zu einer weitern Runde. Ging die letzte in Richtung Westen, geht es nun nach Nordost. Kurz überlegen wir ob wir uns Malaga antun, entscheiden uns dann aber doch lieber für die Berge nord-westlich davon. Wir meiden, wie üblich, die Autobahn und folgen der Landstraße nach Osten, die sich nur leicht durch die Landschaft schlängelt. Wir haben keine Wahl, ein Flußbett zwingt uns zu einem Umweg, es gibt keine weitere Brücke, aber eigentlich hätte man auch durchfahren können, das Flussbett ist trocken, was wir aber erst an der Brücke sehen. So geht es dann auf der anderen Seite wieder ein Stück zurück bevor wir nach Norden abbiegen können. Hinter Pizarra werden dann die Kurven wieder mehr und vor allem auch enger und nach Álora könnte es richtig schön werden, wenn sich da nicht die Siedlung ungewöhnlich lange hinziehen würden. Als dann die Siedlungen hinter uns liegen, wird es schöner, wenn auch bei weitem nicht so einsam wie wir es auf den letzten Touren gewohnt waren, uns fallen dann auch noch jede Menge Reisebusse auf - die Aufklärung folgt kurze Zeit danach, wir sehen eine Klamm mit Völkerscharen an Wanderern, die sich dort am Felsen entlang bewegen. Wir sind in der Sierra del Valle de Abdalajis mit dem Caminito del Rey - davon hatten wir schon Infomaterial, jetzt sehen wir diesen auch mit eigenen Augen – wenn auch von der Ferne – und sehen: Rollstuhlungeeignet. Im weiteren Verlauf windet sich die Straße durch eine bizarre Felslandschaft - wenn schon die Straße so einen Anblick bietet, wird klar warum sich solche Massen durch die Kluft bewegen - dort wird es wohl noch besser sein. Wir biegen ab - und sind nicht nur die Busse los, sondern auch den meisten übrigen Verkehr, hier wird es deutlich einsamer. Der Stausee an dem wir entlangfahren bietet dann erneut den traurigen Anblick von viel nicht vorhandenem Wasser man sieht im oberen Teil schon bis zum ursprünglichen Flusslauf und selbst da ist kaum noch Wasser zu sehen. Erstaunlicher Weise war der Stausee am Caminito del Rey recht ordentlich gefüllt, es ist allerdings nur ein kleiner Stausee. Wir kommen in die Sierra de Alcaparain und hier geht es auch richtig zu Sache, die Straße bietet jede Art von Kurven bis hin zur Serpentine und das bei einem neuen und topebenden Asphalt - wunderbar. Wir fühlen uns allein auf der Welt und haben immer neue Ausblicke auf eine wilde Bergwelt. Das geht so bis El Burgos, von da aus kennen wir die Strecke ja schon, aber die gehört auf jeden Fall zu der Art, die man nicht nur einmal genießen kann.

Montes de Malaga - übriggeblieben vom letzten Jahr

Letztes Jahr haben wir eine Tour durch die Berge östlich von Malaga gemacht und sind dann kurz vor Malaga selbst wieder nach Norden abgebogen, somit standen die eigentlichen Montes de Malaga noch auf der Wunschliste. Wir steigen über die Sierra de Alhama ein, da wir aber schon recht hoch sind, fehlt der Strecke der richtige Kick, so haben wir mal einen ruhigen Auftakt in die Tagestour. Wir überqueren den Puerto de los Alazones, dass wir auf gut 1000 m sind haben wir bisher gar nicht gemerkt, aber hinter dem Pass sind wir in der Provinz Malaga und hier starten dann auch die Kurven, da sich die Straße gleich mal in die Tiefe stürzt. Ab hier macht es wieder richtig Spaß und wir genießen die Fahrt durch die Berge auf einer Straße die sich keine wesentlichen Geraden gönnt. Hinter Colmenar tauchen wir dann endlich in die Montes de Malaga ein. Die Straße schwingt sich noch einmal zum Poerto del León hinauf, keine 1000m hoch, aber die Auffahrt ist schön zu fahren. Hinter dem Pass sehen wir das Mittelmeer zwischen den Bergen im Süden durchblitzen. Lange Zeit zieht sich die Straße am Hang entlang, und windet sich so durch die Berglandschaft ohne wesentlich an Höhe zu verlieren. Die Hänge sind hier schroffer, aber die meisten Berge sind grün bis auf die Spitzen, nur wenige leisten sich eine kahle Kuppe. Und überall in der Landschaft sehen wir die Häuser verstreut auf den Bergkuppen sitzen. Sieht schon ein wenig kitschig aus. Das Meer kommt immer näher, aber wir sind immer noch ziemlich hoch - und dann kommt der Abstieg. Gleich zweimal hintereinander kreuzt die Straße sich selbst um an Höhe zu verlieren und dann stehen wir an unserem Tages-Ziel, einem Aussichtspunkt mit Blick über Malga, das im Dunst vor uns liegt. Schade, der Blick ist zwar überwältigend, aber bei den Bedingungen nicht wirklich fotogen. Wir überlegen noch ob wir uns doch noch ganz nach unten ins Getümmel stürzen, entscheiden uns dann aber für den Rückzug über die Berge. Noch einmal surfen wir am Hang entlang zurück nach Colmenar, dort nehmen wir dann einen anderen Weg zurück, der auch nicht zu verachten ist. Wir fahren weiterhin durch Olivenwälder - diese stellen das Grün auf all den Hängen um uns herum dar - und auf einer Straße, die den Eindruck vermittelt, der Fahrer der Asphaltiermaschine war besoffen. Mit dem Motorrad macht es aber durchaus Spaß so einer "besoffenen" Straße zu folgen und einmal fahren wir sogar ein Stück auf dem Berggrat entlang, links und rechts geht es steil bergab. Am Abzweig auf die A402 wird der Roller noch gefüttert und ab hier kennen wir die Strecke schon aus dem letzten Jahr, aber das ist kein Fehler, solche Strecken behalten auch in der Wiederholung ihren Reiz.

Montes de Benifasar - im letzten Jahr nur angesehen

Wir sind noch eine Weile im Süden, nutzen aber mehr das Fahrrad und erst als wir wieder Richtung Norden unterwegs sind, bekommt der Roller eine weitere Chance. Die Montes de Benifasar sind auch so ein Gebirge das wir im letzten Jahr nur gestreift haben, ohne den Roller rauszuholen. Da haben wir in Morella übernachtet, jetzt stehen wir am anderen Ende in Canet lo Roig. Wir nutzen die gute Wettervorhersage (21°C und Sonne satt Mitte November) und starten einen Rundkurs durch diese Berge. Der Anfang gelingt uns nicht so gut, wir landen auf einer Straße die zwar als solche gekennzeichnet ist, aber nur ein besserer Feldweg ist – kennen wir ja nun schon. Aber am Anfang ist dieser gut fahrbar, hat fast schon schwedische Qualitäten, das geht auch mit dem Roller problemlos. Im Laufe der Fahrt wird es immer mal wieder schlimmer, dann wieder besser, es bleibt aber für 5 km ein Feldweg mit (glücklicher Weise trockener) Rambla-Durchfahrt. Ab Rossell haben wir dann aber eine richtig gute Straße, die vor allem durch die Abwesenheit von Geraden glänzt und der gesamte andere Verkehr beschränkt sich bis in den nächsten Ort auf 2 Motorräder und einen Pkw. So macht das Fahren Spaß. Hinab und dann haben wir auch schon die ersten Ausblicke auf Morella, das sich auf einem Berg aus der Landschaft erhebt. Kurz geht es auf die breite N-Straße und dann sind wir am Tagesziel angekommen, kurze Rast und es geht auf der Nordroute zurück. Auch auf dieser Strecke sind Geraden und andere Verkehrsteilnehmer Mangelware, auch wenn es von beiden mehr gibt als auf der Südroute. Am Anfang geht es auf 1200 m hoch und einige Zeit auf dem Kamm entlang ohne wesentlich an Höhe zu verlieren. Dafür hat man einen schönen Rundumblick auf die Berglandschaft. Dann geht es ein Stück bergab und lange Zeit immer am Berghang entlang. Wir sehen ein paar Bergorte, die neben der Strecke liegen. Auch gibt es hier viele Laubbäume, die mit ihrer herbstlichen Färbung für Abwechslung sorgen. Die Straße zieht sich durch den Südteil des Naturparks Bonifasar weitestgehend am Hang entlang und bietet immer wieder neue, großartige Ausblicke. Ausgebremst wird man nur durch ein paar Stellen an denen der Asphalt fehlt, genau da, wo bei einem größeren Wasserangebot die Fluten die Straße kreuzen. Kurz vor Vallibona haben wir dann noch ein paar Arbeiter, die Pflegemaßnahmen betreiben und dabei auch Laub von der Straße blasen, wir werden kurz eingebremst und dann schnell durchgewunken. Nach Vallibona geht es dann nach oben, die Straße windet sich hinauf zum Pass auf schlappe 1200 m hoch und wir haben noch einmal einen schönen Blick auf das Tal durch das wir gefahren sind und auf Vallibona. Auf der anderen Seite geht es genauso windungsreich Das letzte Stück zurück wollen wir nicht wieder die Staubpiste fahren und nehmen einen kleinen Umweg in Kauf, die Straße ist hier geteert, aber nicht breiter als der Feldweg und windet sich genüsslich durch die Olivenheine. Auch hier gibt es eine Rambladurchfahrt, die ist aber gut ausgebaut und betoniert - bei viel Wasser aber wohl auch nur mit größter Vorsicht zu durchqueren. Die Tour war schön - aber in der Gegend gibt es noch einiges mehr an interessanten Strecken, da bleibt auch für später noch einiges übrig.

Die letzte Runde - und es wird wieder was aufgeschoben

Die letzte Runde ist nicht weiter erwähnenswert, wir rollern nach Lleida und wollten die Templer besuchen, aber die die sind schon ausgestorben – bzw. haben schon geschlossen und so schieben wir den Besuch auf. Damit sind unsere Herbstausflüge beendet, wir haben Aufgeschobenes Dinge abgearbeitet, aber auch Neues aufgehoben.

 

Andy aus C.

 

PS: die ganze Story als gibt es auch als Bildergeschichte

 

Lärm und Motorräder

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